Hans Pretterebner, die Lucona-Verschwörung und der Fall Klaus Kufner

Frachter Lucona

Frachter Lucona. Auf hoher See in die Luft gesprengt, mit zwölf Menschen an Bord.

Die Deutschen können wahrhaft froh sein, dass sie Österreich nach dem Krieg wieder losgeworden sind, nachdem der Hundeführer Adolf Hitler-Schicklgruber es am 12. März 1938  “Heim ins Reich” geholt hatte. Nicht nur, dass die Einwohner der Possenprovinz als schludrig und verschroben gelten, sie sprechen darüber hinaus auch einen wenig aparten Dialekt. Dazu besitzen sie die Frechheit, uns BRDianer als Piefkes zu titulieren, was die Satirezeitschrift Titanic mit dem Begriff  Guffen für die Österreicher konterte. Schlimmer wiegt, dass die “Alpenrepublik” ein politisch-gesellschaftlicher Morast ist, ein Sumpf der Unregelmäßigkeiten und der Korruption. Im weltweiten Vergleich findet man derartiges höchstens noch in den Palästinensischen Autonomiegebieten oder hinterm Tresen von “Manni’s Frittenbude” (Berlin Steglitz-Zehlendorf).

Hans Pretterebner und Gerald Freihofner sind zwei Journalisten, die im Österreich der 80-er Jahre einen brisanten Fall von Mehrfachmord und versuchtem Versicherungsbetrug aufdeckten: die Lucona-Affäre, die unter anderem zum Rücktritt des Nationalratspräsidenten Leopold Gratz und des Innenministers Karl Blecha führte. Die beiden Politiker hatten die Freilassung des Mörders (Udo Proksch) aus der Untersuchungshaft bewirkt. Die Wikipedia gibt dezidiert darüber Auskunft, was damals los war:

Der Frachter Lucona wurde 1976 von Udo Proksch, dem damaligen Prokuristen des Wiener Kaffeehauses Demel und Enfant terrible der Wiener Gesellschaft, gechartert. Das Schiff wurde in Chioggia in Oberitalien angeblich mit einer Uranerzaufbereitungsanlage beladen. Die Ladung wurde bei der Bundesländer-Versicherung in Wien für 212 Mio. Schilling (ca. 15,4 Mio. Euro) versichert. Adressat der Lieferung war ein Strohmann Prokschs. Das mit einer aus österreichischen Heeresbeständen stammenden Sprengladung versehene Schiff wurde am 23. Januar 1977 in der Gegend der Malediven im Indischen Ozean versenkt. Dabei wurde der Tod der zwölfköpfigen Besatzung in Kauf genommen, sechs Menschen kamen tatsächlich ums Leben.

Die Bundesländer-Versicherung verweigerte allerdings die Auszahlung der Versicherungssumme, da sie den Verdacht hegte, die Lucona habe nicht die behauptete wertvolle Fracht, sondern vielmehr Schrott, nämlich Gerätschaften des aufgelassenen Kohlebergwerkes von Oberhöflein, sowie Teile eines Kunststoffextruders geladen gehabt, was sich letztlich als richtig erweisen sollte: Die Ladung repräsentierte einen Wert von lediglich 1 Mio. Schilling (etwa 73.000 Euro).

Es wurde nie genau geklärt, womit die Sprengladung gezündet wurde. Eine Funkfernauslösung mittels Langwelle wäre bei der der großen Entfernung (6.000 km) nur theoretisch möglich gewesen, da zwar der Empfänger an Bord unter der Wasserlinie hätte eingebracht werden können, problematisch wäre aber die Nutzung eines Langwellensenders geworden. Eine Zündung mit einem Säurezünder schied wegen dessen Unzuverlässigkeit sowohl im Hinblick auf die Zündsicherheit als auch den Zeitlauf aus. Am wahrscheinlichsten ist die Verwendung eines Zeitzünders. Das österreichische Bundesheer verfügte über Zeitzünder, die maximal 21 Tage liefen und für deren Stromversorgung eine Autobatterie reichte. Die Kiste mit dem Kessel, in dem sich der Sprengstoff befand, wurde per Straßentransport am 29.12.1976 nach Chioggia gebracht. In der Nacht vom 04. auf den 05.01.1976 erfolgte die Beladung und die Kiste wurde auf den Doppelboden des Schiffes vor dem Spant 84 gestellt. Am 06.01.1976 wurden die Lukendeckel geschlossen, anschließend lief die Lucona aus Chioggia aus. Nach den Ladepapieren sollten 700 Tonnen Ladung an Bord gewesen sein, anhand der Tiefgangsmarken war zu errechnen, dass nur maximal 388 Tonnen, unter Berücksichtigung des Ballastwassers sogar nur 280 Tonnen Ware geladen waren. Wegen der leichteren Ladung fuhr die Lucona schneller als mit 700 Tonnen Ladung und wäre zum Explosionszeitpunkt am 23.01.1977 bereits zwischen Indien und Sri Lanka auf relativ flachem Wasser unterwegs gewesen. Daher erfolgten Manipulationen seitens des Charterers, die die Fahrt verzögerten. So wurde nach dem Eintreffen der Lucona in Post Said am 10.01.1977 gegen 7.00 Uhr die Kanalgebühr nicht rechtzeitig überwiesen, so dass die Lucona nicht mehr am 11.01.1977, sondern erst am nächsten Morgen durch den Suezkanal fahren konnte. Die zweite Manipulation erfolgte durch die Anweisung an den Kapitän nach Passieren des Roten Meeres, anstelle des an der Fahrtroute liegenden Bunkerhafens Aden den Kurs Richtung Afrika zu ändern und in Djibouti zu bunkern. Durch diesen Umweg verlor die Lucona einen weiteren Tag und befand sich am 23.01.1977 an einer der mit 4.192 m tiefsten Stellen des Indischen Ozeans, als um 12.00 Uhr GMT (16.00 Uhr Ortszeit) die Explosion erfolgte. Bei dem Untergang kamen ums Leben: Caspar Borbely (1. Ingenieur), Beatrix van der Hoeven (Verlobte von Borbely), Matrose Carlos Medina, Matrose Vito Marcos Fortes, Matrose Andrew Davis und Matrose Silvester Roberts.

Sechsfachmörder Udo Proksch

Größenwahnsinnger Lebemann Udo Proksch: aus Geldgier sechs Menschen ermordet.

Der Fall Lucona wurde durch die Journalisten Gerald Freihofner („Wochenpresse“) und Hans Pretterebner aufgedeckt. Die gesammelten Details verarbeitete Pretterebner literarisch in seinem Buch Der Fall Lucona, das er im Jahr 1987 im Eigenverlag veröffentlichte.

Zur Klärung der Verwicklung von Politikern in den Fall, insbesondere politischer Verbindungen zur SPÖ („Club 45“), wurde 1988–1989 ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt, in dessen Folge der Nationalratspräsident Leopold Gratz (SPÖ) und der Innenminister Karl Blecha (SPÖ) zurücktraten. Die juristische Aufarbeitung des Vorfalls stürzte das Land in einen nie da gewesenen Politskandal: 16 Politiker, Juristen und Spitzenbeamte wurden von ihren Posten entfernt, angeklagt oder verurteilt; der österreichische Verteidigungsminister Karl Lütgendorf beging vermutlich Selbstmord.

Karl Luetgendorf, österreichischer Selbstmörder

Freitod nach Pretterebners Veröffentlichungen: Verteidigungsminister Karl Lütgendorf.

Hans Pretterebners 1987 veröffentlichtes Buch “Der Fall Lucona” avancierte zum Bestseller und wurde 1993 verfilmt. Was er von Anfang an über den mörderischen Versicherungsbetrug geschrieben hatte, erwies sich nach der Überprüfung durch Staatsanwaltschaft und Gericht als völlig korrekt. Zehn Jahre später, 1997, beschäftigte sich Pretterebner mit einem weiteren Landsmann, mit Klaus Kufner. Kufner ist kein gänzlich Unbekannter, momentan engagiert er sich eifrig für den jüdisch-arabischen Waldorf-Kindergarten Ein Bustan. (Waldorfpädagogik ist jene Gruselpädagogik, die sich der spinnerte Okkultist Rudolf Steiner [1861 - 1925] zusammengeschustert hat, und es verwundert in diesem Zusammenhang nicht weiter, dass Steiner Österreicher war …)

Waldorf-Kindergärten, -Horte und -Schulen sind ja eigentlich nichts Schlimmes, außer vielleicht für die Kinder, die da hingehen müssen; in Deutschland werden Steiner-Einrichtungen sogar staatlich protektioniert und subventioniert, genauso wie Islamunterricht an öffentlichen Schulen oder diverse verfassungsfeindliche “Antifa”-Läden in Berlin-Kreuzberg. Soweit also alles im grünen Bereich mit Steiner und seinen Waldorf-Uscheln.

Was Pretterebner damals, im TOP-Magazin, hingegen über Klaus Kufner geschrieben hat, ist von ganz anderem Kaliber und äußerst delikat. Jennifer Nathalie Pyka hat das Essay in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.

~ von Pätus Bremske - 9. Februar 2012.

3 Antworten to “Hans Pretterebner, die Lucona-Verschwörung und der Fall Klaus Kufner”

  1. Da kommen ja Erinnerungen hoch; Lucona, Proksch, Pretterebner.
    Ich glaube, damals habe ich noch jede Woche den Spiegel gelesen.

  2. Der Mord an 6 Matrosen macht den charmanten Verführer für zu keinem “Killer”:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/03/12/udos-spielkameraden/

    so sehen es zumindest seine alten Habera aus Wien Schickeria.

  3. Also ich find die Österreicher immer ganz nett und Piefke hat mich auch noch keiner genannt.Bin fast jedes Jahr in Salzburg. Vielleicht bist du nicht höflich genug Pätus?

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